Broken Silence

Auch auf ihrem zweiten Album "Long Day´s Flight ´Till Tomorrow" gehen die Euroboys ihren auf dem Erstling "Jet Age" eingeschlagenen Weg weiter und spielen immer noch gepflegten Easy Listening Surf Sound, der über weite Strecken gesangsfrei daherkommt und an Hintergrundmusik solcher Klassiker wie Russ Meyer´s Faster Pussycat Kill! Kill! und ähnlicher Filmchen erinnert. Gepflegt deshalb, da die fünf jungen Herren im Alter von zwanzig bis vierundzwanzig Jahren nicht bloß auf die Standardinstrumentierung Gitarre/Baß/Schlagzeug zurückgreifen, sondern zusätzlich einen umfangreichen Klangerzeugungspark zur Verfügung haben, der unter anderem solch eigentümliche Gerätschaften wie Farfisa Compacts, Uptight Pianos und Nylon String Guitars, Glockenspiele und zig andere Instrumente enthält, die absolut professionell bedient werden, und das nicht zuletzt vor allem von Knut Schreiner alias Euroboy, dem ehemaligen Gitarrengott der leider verblichenen Turbonegro.

Doch wo andere Instrumentalplatten schnell langweilen oder sich in zusammenhanglosen Wichsereien verlieren, überzeugen die Euroboys durch stimmiges Songwriting und Stücken, die nach mehrmaligem Hören sogar hängenbleiben. Angesichts der Hitqualitäten des nicht umsonst zuerst ausgekoppelten "Filadelfia", das ausnahmsweise mit Gesang aufwartet, frage ich mich allerdings, weshalb hiervon nicht öfter Gebrauch gemacht wird. Aber auch so eignet sich "Long Day´s Flight ´Till Tomorrow" hervorragend zum Entspannen oder auch um der Frau mal wieder in die Bluse zu fummeln. (Thomas)