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Die Euroboys sind von ihrem letztjährigen "Long Days Flight 'Till Tomorrow" praktisch aus dem Nichts zurückgekehrt und verarbeiten den irren Flug nun programmatsich mit dem Album "Getting Out Of Nowhere". Es ist das dritte Werk der fünf verrückten Nordmannen aus Oslo, deren Vorsteher Knut Schreiner (Gitarre/Gesang) und Drummer Anders Møller sich auch schon bei der schmierigen Punk-Rock-Crew von Turbonegro verdingten, bevor diese ihre devote Fangemeinde via Internet mit dem Ende des Kults konfrontierte.

Aber nicht nur die Turbojugend mußte sich in ihrer tragischen Inhaltsleere neuen Lärmgeistern zu wenden, auch die nordischen Meister des schrillen Glam-Punk widmeten sich neuen Aufgabenfeldern. Nun existierten die Euroboys schon lange vor dem Turbonegro-Split und veröffentlichten ihre erste Scheibe "Jet Age" bereits 1997. Doch sowohl das Debüt, als auch dessen Nachfolger "Long Days Flight 'Till Tomorrow" ließen nicht die nötige Prägnanz in Songwriting und Arrangement entdecken, als dass man hätte ahnen können, wohin der Flug noch gehen soll. Nach dem überwiegend instrumental wabernden Easy Listening-Sound des Vorgängers, durfte man durchaus ein Aufsteigen in höhere Sphären vermuten. Doch mit "Getting Out Of Nowhere" beschreiben die Euroboys dezidiert ihren gegenwärtigen Standpunkt und belegen dies mit einigen handfesten Krachern, die dann doch wieder eine gewünschte Erdenhaftung vermuten lassen.

Schreiner und Møller besinnen sich zunehmend auf ihre Punk-Rock-Roots und schmettern mit "Turn That Sound Up", "Smash It To Pieces!" oder "Come On In, Your Time Is Up" energetische Riff-Monster an die Wand, die man nach den letzten Höreindrücken so von den Eurojungs nicht vermuten durfte. Das klingt gefällig und läßt sich grob irgendwo zwischen The Who, Kula Shaker und natürlich Turbonegro einnorden. Auf ihren psychedelischen Eskapismus verzichten die Euroboys deswegen aber noch lange nicht. Und das ist auch gut so...